Wie man ein Vogelhaus baut


Vogelhäuser gibt es in verschiedenen Variationen: Im Frühjahr werden Nistkästen benötigt, in den Wintermonaten Futterplätze. Diese Anleitung zeigt, wie man einen schönen und natürlich aussehenden Nistkasten aus einem alten Baumstamm oder einem dicken Ast selbst mit einer Motorsäge und ein paar Nägeln anfertigen kann.

Vögel nisten gerne in den Löchern alter Bäume. Da alte, morsche Bäume immer seltener werden, kann man einen Teil zum Naturschutz beitragen, indem man diesen Nistkasten an geeigneter Stelle anbringt. Das Beobachten der ersten Flugversuche der Jungvögel ist ein schöner Lohn für diese Arbeit.

Allgemeines

Das wird benötigt

  • Baumstamm oder Ast, ca. 20 cm Durchmesser, 70–80 cm Länge
  • Motorsäge mit rückschlagarmer Kette
  • Sägebock und Fixierhilfen
  • Hammer
  • Nägel, ca. 6–8 cm lang
  • Bohrmaschine mit Holzbohrer (28, 32 oder 43 mm)

Nistkästen sollten unerreichbar für Nesträuber wie etwa Katzen, Marder und Füchse angebracht werden, zum Beispiel an einen Baum gehängt oder auf einer Stange montiert. Der Nistkasten wird so aufgehängt, dass das Einflugloch nicht zur Wetterseite zeigt und das Vogelhaus weder der direkten Sonne ausgesetzt ist noch im Dauerschatten liegt. Das Einflugloch kann leicht schräg nach unten gebohrt werden, um Wassereintritt zu verhindern. Auf eine Anflugstange sollte verzichtet werden, da sie ebenfalls eine Nesträuberhilfe darstellt!

Heimische Vogelarten bevorzugen bestimmte Schlupfloch-Größen: Für Blaumeisen, Sumpfmeisen und Tannenmeisen wird mit 2,8 cm Durchmesser gebohrt; für Kohlmeisen und Feldsperlinge mit 3,2 cm; für Kleiber und Gartenrotschwänze mit 4,3 cm.

In dieser Bauanleitung arbeiten wir mit Naturholz. Eine Lasur oder gar ein Farbanstrich entfallen darum. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass eine Wandstärke von mindestens ca. 2 Zentimeter erhalten bleibt, um ausreichenden Klimaschutz zu gewährleisten.

So wird’s gemacht

Wir arbeiten mit Naturholz und einer Motorsäge. Die Sicherheitsvorschriften und Bedienungsanleitung der Motorsäge müssen unbedingt beachtet werden, ansonsten besteht Verletzungsgefahr!

Ein stabiler Sägebock ist unabdingbar, ebenso ein möglichst gerades Stück Baum oder Ast mit mindestens 20 Zentimeter Durchmesser. Die Motorsäge muss mit einer rückschlagarmen Kette bestückt sein, da das Blatt zur Gänze ins volle Material eingeführt wird. Bei dieser Technik besteht erhöhte Rückschlaggefahr, darum sollte man bereits mit der Handhabung einer Motorsäge vertraut sein.

Das Baumstück wird auf dem Sägebock fest fixiert und entkernt. Dazu wird mit der Motorsäge rechts und links parallel ca. 20 cm tief eingestochen, dann das Holz um 90 Grad gedreht und das Ganze wiederholt. Die übrigbleibende Wandstärke soll mindestens ca. 2 cm betragen.

Der Korpus wird mit einem Trennschnitt vom Rest des Baumstücks abgetrennt. Für eine spätere Neigung des Dachs sollte der Schnitt leicht schräg angesetzt werden. Der spätere Boden wird aus einer ca. 3 cm dicken Baumscheibe gebildet, die mit einem weiteren, aber geraden Trennschnitt gewonnen wird.

Aus dem Rest des Baumstücks wird nun das spätere Dach mit zwei Längsschnitten herausgesägt. Das Dach muss deutlich länger als der Durchmesser des Baumstücks werden, also in unserem Fall etwa 30 cm. Dieser Überstand dient später als Wetterschutz für das Einflugloch.

Je nach gewünschter Vogelart (siehe Allgemeines) wird nun das Einflugloch gebohrt. Zum Dach sollten mindestens etwa 3 cm als An- und Abflug-Freiraum verbleiben, zum Boden ca. 10 cm, um frühzeitiges Herausfallen der Brut zu verhindern.

Der Boden wird fest an den Korpus angenagelt. Man kann ihn auch (mit rostfreien Schrauben) anschrauben, um eine Reinigung des Nistkastens nach der Saison – etwa ab September – zu erleichtern.

Mit entsprechendem Überstand wird nun noch das Dach am Korpus festgenagelt und schon ist der natürliche Nistkasten fertig.

[Bild: texeon / photocase.com]


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